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Gefühl schlägt Kraft: TSV Remsfeld dominiert Kreismeisterschaften mit sieben Titeln

Zennern – Was für eine furiose Titeljagd bei den heutigen Kreismeisterschaften im Ballwurf und Kugelstoßen in Zennern!

Mit einer makellosen Bilanz von sieben Titeln und drei Vizemeisterschaften bei genau zehn Starts verwandelten die fitte Leichtathletik-Talente des TSV Remsfeld die Titelkämpfe in ihre ganz eigenen Festspiele. Die Rot-Schwarzen waren wieder einmal stärkstes Team bei den Meisterschaften.

 

Rutschbahn statt Tartan

Dabei trotzte das Remsfelder Quintett den schwierigen Bedingungen vor Ort bravourös. Da in Zennern auf einer feuchten Grasanlaufbahn angelaufen werden musste, forderte der Untergrund nach dem einsetzenden Regen den Athleten alles ab. Statt auf rohe Kraft zu setzen, kam es auf höchste Präzision an.

„In dieser Situation galt es, das Bewegungsgefühl voll auszuspielen. Das koordinative Vermögen der Athleten war hier der entscheidende Faktor, um die Technik trotz der schwierigen Bedingungen sauber umzusetzen“, erklärte Trainer Harald Lange nach den Wettkämpfen.

Normalerweise laufen die Sportler in Spikes auf einer griffigen Tartanbahn an. Doch an diesem Tag beschwerte sich niemand über die ungewöhnlich schwierigen Bedingungen.

„Mir gefällt es sehr, wenn die Athleten lernen, mit solchen schwierigen Situationen umzugehen. Das ist auch Teil unserer pädagogischen Arbeit: Die Sportler begreifen Probleme mehr und mehr als Herausforderungen, anstatt unnötig zu jammern“, fügte Lange hinzu.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Wir setzen in der Vorbereitung konsequent auf ein ganzheitliches Trainingskonzept mit klaren Schwerpunkten auf Koordination und feines Bewegungsgefühl. Wer nur mit Kraft wirft, rutscht auf feuchtem Rasen schnell weg. Die Remsfelder bewiesen jedoch ein exzellentes Körpergefühl und fingen die Rutschgefahr durch eine saubere, kontrollierte Technik ab. Jeder Schritt und jede Stemmphase saß perfekt.

 

Feingefühl und Kampfgeist bis zum letzten Versuch

In der Altersklasse W14 drückte Leonie Ostermüller dem Wettkampf ihren Stempel auf. Sie sicherte sich zwei Kreismeistertitel und glänzte mit zwei neuen persönlichen Bestleistungen (PB). Überragende 33,50 Meter im Ballwurf bedeuteten Platz eins. Ähnlich nervenstark zeigte sich Leonie im Kugelstoßen: Sie musste sich regelrecht in den Wettkampf hineinkämpfen, lag lange Zeit hinter ihren bisherigen Bestleistungen zurück, bewahrte aber die Ruhe. Im allerletzten Versuch passte alles zusammen – die Kugel flog auf die neue Rekordweite von sehr starken 7,68 Metern und bescherte ihr den zweiten Titel.

 

„Genauso begreife ich den Sport: kämpfen, zuversichtlich bleiben und dann punkten, wenn es darauf ankommt“, resümierte ihr Trainer diesen packenden Finalstoß.

Ebenso beeindruckend präsentierte sich Carlotta Bickel, die nach und nach immer stärker in den Wettkampfsport hineinwächst. Für sie war es in Zennern der allererste Kugel-Wettbewerb überhaupt. Carlotta agierte im Ring extrem feinfühlig, setzte die technischen Vorgaben stark um und deutete ihr enormes Potenzial eindrucksvoll an. Belohnt wurde dieser starke Auftritt mit einer neuen persönlichen Bestleistung im Kugelstoßen. Dass sie sich zudem im Ballwurf mit starken 18,50 Metern durchsetzte und damit auf Anhieb das Double in ihrer Altersklasse perfekt machte, spricht Bände. Als frischgebackene Doppelkreismeisterin setzte sie ein dickes Ausrufezeichen für die Zukunft.

 

 

Für ein absolutes Ausrufezeichen in der M14 sorgte Matheo Brand. Er steigerte seine persönliche Bestweite im Ballwurf um sensationelle 11 Meter auf sagenhafte 55,00 Meter. Damit katapultierte er sich mit über 10 Metern Vorsprung auf Platz eins der aktuellen Hessischen Bestenliste. Im Kugelstoßen rundete Matheo seinen starken Auftritt mit einer neuen PB von 6,87 Metern und dem Vize-Kreismeistertitel ab.

 

 

Dominanz in der Hessischen Bestenliste

Die mannschaftliche Stärke im Wurfbereich untermauerten Mohamad Abdullah und Ammar Barakat eindrucksvoll. Mohamad stieß die Kugel auf 8,23 Meter (Platz 2) und schleuderte den Ball auf hervorragende 53,50 Meter – nur knapp zwei Meter unter seiner Vorwochen-Bestweite. Ammar krönte sich mit starken 10,30 Metern zum Kreismeister im Kugelstoßen und holte mit 47,50 Metern Silber im Ballwurf. In der Hessischen Bestenliste belegen die beiden Remsfelder damit aktuell die hervorragenden Plätze zwei und vier.

 

Präzisions-Gala: Remsfelder Jungs düpieren die Erwachsenen

Zum Abschluss des Wettkampftages stand noch ein besonderes Highlight auf dem Programm: Ein altersklassenübergreifender Wettbewerb im Speer-Zielwerfen. Aus einer Entfernung von 19 Metern musste ein vorgegebener Punkt mit einem schweren 800-Gramm-Speer getroffen werden. Auch hier zeigten die Remsfelder Jungs ihr ganzes Können. Matheo gewann den Wettbewerb absolut souverän und setzte sich dabei sogar gegen alle erwachsenen Teilnehmer durch – sein Speer schlug lediglich 20 Zentimeter neben der Markierung ein. Ammar rundete das starke Teamergebnis ab und belegte in dieser Präzisionsdisziplin den dritten Platz. Das Fazit des Wochenendes bleibt eindeutig: Beim TSV Remsfeld entscheidet nicht die rohe Kraft, sondern immer das feine Bewegungsgefühl.