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Härtetest mit Bravour bestanden: TSV-Nachwuchs trotzt Stress und schweren Beinen in Obersuhl

Obersuhl – Volles Programm, müde Beine, aber glänzende Aussichten: Für die U16-Talente des TSV 05 Remsfeld stand das traditionelle Pfingstmeeting in Wildeck-Obersuhl ganz im Zeichen einer knallharten Standortbestimmung.

Direkt aus dem vollen Trainingsbetrieb heraus – ohne die übliche Entlastungsphase (Tapering) vor Wettkämpfen – absolvierten die Remsfelder Top-Athleten einen kräftezehrenden Mehrfachstart. Als letzter Härtetest vor den anstehenden Hessischen U16-Meisterschaften lieferte das Meeting dennoch ein dickes Ausrufezeichen an die Konkurrenz.

 

Wie extrem die Belastung an diesem Tag war, zeigte sich exemplarisch in der Altersklasse M15 bei Mohamad Abdullah und Ammar Barakat, die ein wahres Mammutprogramm mit echtem Stressfaktor abspulten. Mitten im laufenden Speerwerfen mussten beide den Wettbewerb abrupt unterbrechen, um ohne jegliche Zeit für ein spezifisches Aufwärmen direkt auf die Bahn für den kräfteraubenden 300-Meter-Sprint zu wechseln.

 

Unmittelbar nach dem Zieleinlauf – Abdullah sprintete in starken 43,53 Sekunden auf den Silberrang, Barakat folgte in 48,48 Sekunden auf Platz 3 – ging es mit brennenden Muskeln zurück an den Speerwurfanlauf, um den letzten Versuch zu absolvieren. Dass Abdullah den Speer trotz dieser Belastung auf die Siegerweite von 25,65 Meter (Platz 1) warf und Barakat sich mit 23,73 Metern Platz 2 sicherte, unterstreicht die mentale Stärke der beiden. Als finaler Härtetest folgte danach noch das Kugelstoßen, bei dem Barakat mit starken 10,96 Metern glänzte (Platz 2) und Abdullah mit 8,84 Metern (Platz 3) das Podium komplettierte.

 

Dass schwere Beine kein Hindernis für Spitzenleistungen sein müssen, bewies auch Matheo Brandt in der M14. Trotz der hohen Trainingsbelastung der letzten Wochen schleuderte er den 600-Gramm-Speer auf eine phänomenale neue persönliche Bestleistung von 36,92 Metern und sicherte sich damit unangefochten den Tagessieg. Auch im Kugelstoßen (6,66 m / Platz 2) und über die 100-Meter-Sprintdistanz (14,55 Sek. / Platz 4) kratzte er an seinen Limits.

 

Die Remsfelder Schülerinnen hielten dem hohen Belastungsdruck ebenfalls stand. In der W14 triumphierte Lena Köhler im Speerwurf und sicherte sich mit 17,74 Metern den Goldrang bei persönlicher Bestleistung. Lena schafft satte 4 Meter mehr als vor einem Monat in Borken. Im Weitsprung (3,92 m / Platz 7) und im Sprint (15,85 Sek.) machte sich dann die fehlende Frische bemerkbar, aber Lena lag nur hauchdünn hinter ihren persönlichen Bestmarken zurück.

 

Die jüngste im Bunde, Carlotta Bickel (W12), nutzte den Härtetest optimal: Trotz müder Muskeln sprintete sie über 75 Meter in 11,65 Sekunden zu einer neuen persönlichen Bestzeit und rundete das Ergebnis mit Top-8-Platzierungen im Weitsprung und Kugelstoßen ab. Auch im Kugelstoßen mit neuer persönlicher Bestweite.

 

Trainer Harald Lange zeigte sich nach dem Wettkampf restlos begeistert vom Auftreten seiner Schützlinge: „Ich bin absolut beeindruckt vom Engagement und dem Kampfgeist, den die Sportler heute gezeigt haben. Nach dieser Vorstellung ist glasklar, dass wir in Darmstadt bei den Hessischen Meisterschaften in mehreren Wettbewerben um die Vergabe der Titel und Medaillen ein gewichtiges Wörtchen mitreden werden.“ Wenn in den kommenden Tagen die Trainingsumfänge reduziert werden und die Frische in die Muskeln zurückkehrt, ist der TSV Remsfeld bestens für die landesweiten Titelkämpfe gewappnet.