Nach der sensationellen Sieben-Medaillen-Gala am Samstag warfen die vier Jungs des TSV 05 Remsfeld am zweiten Wettkampftag noch einmal alles in den Ring. Im Mittelpunkt des Sonntags standen im Leichtathletikstadion Bürgerpark Nord die Hürdensprints sowie das heiß ersehnte Diskuswerfen. Getreu dem Remsfelder Wochenend-Motto, lieber etwas weniger Masse, dafür aber viel mehr Stimmung und Gruppenspirit auf den Platz zu bringen, wuchsen die vier Athleten am Schlusstag noch einmal kollektiv über sich hinaus.

300m Hürden M15: Kampfgeist auf der Stadionrunde und wertvolle Erkenntnisse
Bereits am Vormittag mussten die älteren Jungs der Altersklasse M15 auf die brutal kräftezehrende Langhürden-Strecke. Über die 300m Hürden erlebten die Zuschauer ein extrem starkes und hochkarätiges Rennen. Die ersten vier Läufer qualifizierten sich mit absoluten Top-Zeiten für die Süddeutschen Meisterschaften, die Ende Juni in Kitzingen ausgetragen werden. Mohamad Abdullah und Ammar Barakat hielten lange Zeit bravourös mit der hessischen Spitze mit und mussten sich erst im Schlussdrittel der Strecke geschlagen geben.
Macht aber überhaupt nichts, denn die beiden Nachwuchstalente haben auf diesem Niveau wertvolle Erfahrungen gesammelt und werden ihre Mittelstrecken- und Langsprintqualitäten nun gezielt ausbauen. Die sportliche Analyse folgte direkt nach dem Zieleinlauf: Mohamad hat sofort begriffen, wie wichtig es für die Zukunft ist, akribisch am 17-Schritte-Rhythmus zu arbeiten. Ammar wiederum weiß nun genau um die enormen Vorteile, wenn man nach der dritten oder vierten Hürde flexibel das Bein wechseln kann. Am Ende belohnten sich beide mit tollen Platzierungen unter den Top 8 in Hessen und jeweils einer neuen persönlichen Bestzeit.

Diskuswurf M14: Richards Paukenschlag beim Einwerfen schockt die Konkurrenz
In der Altersklasse M14 setzte Richard Gerber im Diskuswurf das ganz große Ausrufezeichen des Sonntags. Trainer Harald Lange fand nach dem Wettkampf analytische und lobende Worte für seinen Schützling:
„Das war heute Richards mit Abstand bester Wettkampf. Wir hatten in den letzten Trainingseinheiten bereits einiges ausprobiert, erarbeitet und gelernt – und heute wusste er genau, worauf er in den verschiedenen Situationen achten musste. Jeder Blick und jedes Wort des Coachings löste bei ihm sofort Resonanz aus, nichts konnte ihn verwirren. Er hat die Scheibe im wahrsten Sinne des Wortes selbst in die Hand genommen und den erarbeiteten Plan vorbildlich umgesetzt.“
Schon beim Einwerfen ließ er die Muskeln spielen und war der erste Werfer im Feld, dem ein wirklich weiter Wurf gelang. Die Scheibe schlug mit einem fulminanten Krach exakt in die 30-Meter-Kunststoff-Markierung ein. Die Konkurrenz war sichtlich geschockt und Richard im Nu der prominenteste und meistbeachtete Athlet unter allen Werfern auf dem Platz.
Die großen Titelfavoriten waren nach Richards erstem echten Wettkampfversuch sichtlich erleichtert: Der Wurf war zwar phänomenal weit, aber offensichtlich knapp übergetreten und deshalb ungültig. Davon ließ sich Richard jedoch überhaupt nicht beirren. Mit dem zweiten Versuch setzte er sich unbeeindruckt an die Spitze des Feldes und zog nach drei Durchgängen sensationell als drittbester Werfer in das Finale ein. Eine echte Überraschung lag in der Luft. Im Endkampf setzte jedoch erneut starker Regen ein, der den Ring rutschig machte, sodass Richard nicht mehr nachlegen konnte. Am Ende blieb ein bärenstarker 5. Platz mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 30,57 Metern.

Matheo vom Pech verfolgt: Nur 10 Zentimeter fehlen zum großen Finale
Ganz bitter lief der Wettkampf dagegen für Matheo Brandt, der an diesem Sonntag das Pech an den Schuhen kleben hatte. Nach zwei knapp ungültigen Versuchen zu Beginn stand er im dritten Durchgang mächtig unter Druck. Matheo gewann seine Nervenstärke zurück und setzte alles auf eine Karte. Die Weite war absolut Klasse, doch am Ende fehlten winzige 10 Zentimeter für den Einzug in das Finale der besten Acht. So blieb ihm mit soliden 23,77 Metern nur der undankbare, aber dennoch stark erkämpfte 9. Platz im hessischen Gesamtklassement.
Trainer Harald Lange zieht stolze Bilanz
Sichtlich stolz lobte Trainer Harald Lange am Abend die Einstellung und die enorme Weiterentwicklung seiner vier Schützlinge:
„Die Jungs haben sich am Wettkampftag komplett selbstständig organisiert, wussten jederzeit ganz genau, was zu tun ist, und sind die sportlichen Herausforderungen extrem mutig angegangen. Es ist wirklich erstaunlich, welche riesigen Fortschritte die vier in der letzten Zeit gemacht haben.“
Damit geht ein unvergessliches Meisterschafts-Wochenende für den TSV 05 Remsfeld zu Ende, das zeigt: Der Verein wirft nicht nur weite Strecken, sondern vor allem ein riesiges Herz und echten Teamgeist in die Waagschale der hessischen Leichtathletik!
Erfolgsbilanz
1. Plätze & Hessenmeister
Ammar Barakat (M15) – Hammerwurf: 1. Platz (PB: 26,33 Meter)
2. Plätze & Hessische Vizemeister
Lilli Lange (W14) – Hammerwurf: 2. Platz (33,68 Meter)
Richard Gerber (M14) – Hammerwurf: 2. Platz (27,28 Meter)
3. Plätze & Podiumsplatzierungen
Leonie Ostermüller (W14) – Hammerwurf: 3. Platz (PB: 28,21 Meter)
Selina Bruckner (W15) – Hammerwurf: 3. Platz (PB: 24,41 Meter)
Matheo Brandt (M14) – Hammerwurf: 3. Platz (PB: 26,25 Meter)
Mohamad Abdullah (M15) – Hammerwurf: 3. Platz (24,34 Meter)
Weitere Top-Platzierungen (Plätze 4 bis 9)
Richard Gerber (M14)
Kugelstoßen: 4. Platz (9,85 Meter)
Diskuswurf: 5. Platz (PB: 30,57 Meter)
Matheo Brandt (M14)
Speerwurf: 5. Platz (34,98 Meter)
Diskuswurf: 9. Platz (23,77 Meter)
Mohamad Abdullah (M15)
300m Lauf: 5. Platz (PB: 42,97 Sekunden)
300m Hürden: 6. Platz (PB: 48,77 Sekunden)
100m Sprint: 6. Platz im Vorlauf (13,25 Sekunden)
Ammar Barakat (M15)
Kugelstoßen: 6. Platz (10,93 Meter)
300m Hürden: 7. Platz (PB: 50,96 Sekunden)
Lilli Lange (W14)
Kugelstoßen: 8. Platz (PB: 8,88 Meter)