Nur wenige Tage nach der Medaillen-Gala von Darmstadt präsentierte sich das nordhessische Wurf- und Sprintteam auch bei den Hessischen Staffelmeisterschaften und den Masters-Titelkämpfen im Hammerwurf in absoluter Topform. Im Sportpark Neu-Isenburg bewies die kleine Truppe erneut ihre außergewöhnliche Klasse und kehrte mit zwei glänzenden Hessenmeister-Titeln im Gepäck heim.

U16-Quartett trotzt den Fluten und fliegt zum Hessenmeistertitel
Für den absoluten sportlichen Paukenschlag des Tages sorgten die Jungs der männlichen Jugend U16 über die 4x50-Meter-Distanz. In der Besetzung Mohamad Abdullah, Ammar Barakat, Matheo Brandt und Richard Gerber brannte das eingespielte Remsfelder Quartett ein regelrechtes Feuerwerk auf der Bahn ab, obwohl die Rahmenbedingungen herausfordernd waren. Es goss in Strömen, und kurz vor dem Start stand das Wasser noch zentimeterhoch in den Laufbahnen. Für das Team war das völlig okay, denn auf solche Bedingungen muss man sich einfach einstellen. Mehr noch: Genau diese widrigen Bedingungen sind das, was die Remsfelder Jungs suchen – sie hatten auf der überfluteten Bahn einen riesigen Spaß. Zwar liefen beim Stafettenwechsel auf dem nassen Untergrund noch nicht alle Übergaben komplett geglückt ab, aber das Quartett fand direkt vor Ort heraus, was sie im Training hier noch gezielt optimieren können.

3x1000m-Staffel: Aufopferungsvoller Kampf gegen die Übermacht der Startgemeinschaften
Dass die Remsfelder Athleten nicht nur sprinten, sondern auch extrem beißen können, bewiesen Mohamad Abdullah, Ammar Barakat und Matheo Brandt wenig später über die kräftezehrende 3x1000-Meter-Distanz. Das Trio lief ein extrem starkes Rennen und konnte lange Zeit ganz vorne in der Spitzengruppe der hessischen Elite mithalten. Erst im Schlussdrittel mussten sie sich gegen die Übermacht der großen Startgemeinschaften geschlagen geben, die oft die besten Mittelstreckenläufer einer ganzen Region in einem einzigen Team bündeln. Gegen diese Konstrukte war die reine Vereinsstaffel des TSV am Ende chancenlos und kam auf den 9. Platz im Gesamtklassement. Das tat der Freude jedoch keinen Abbruch: In einem inoffiziellen Ranking, das nur die reinen Einzelvereine berücksichtigt, landeten die Remsfelder auf einem bärenstarken zweiten Platz.

Am Rande der Laufbahn sorgte die Disziplin zudem für eine emotionale Anekdote: Trainer Harald Lange wurde auf genau dieser Strecke vor knapp 30 Jahren (1989) mit dem Trio der LG Baunatal-Kassel selbst schon einmal hessischer Juniorenmeister.
Rollentausch im Wurfring: Harald Lange holt Gold im Master-Hammerwurf
Neben dem glänzenden Abschneiden der Jugend ging Trainer Harald Lange selbst als aktiver Athlet im Hammerwurf der Altersklasse M55 an den Start. Nachdem er in den Trainingseinheiten immer mal wieder selbst mitgeworfen hatte, kam es im Isenburger Wurfring zu einem überaus spannenden Perspektivwechsel: Die Jungs nahmen diesmal die Trainerrolle ein und coachten ihren Coach mit enorm viel Spaß und Fachwissen durch den Wettkampf. Das Coaching trug Früchte: Harald Lange erwischte einen optimalen Zug und erzielte eine Weite von 23,41 Metern. Erzielt wurde dieses Ergebnis mit dem schweren 6-Kilo-Hammer der Masters und brachte ihm den offiziellen Hessenmeister-Titel ein.
Die sportliche Analyse des Nachwuchses ließ nicht lange auf sich warten. Matheo Brandt fand zwar viele lobende Worte für die Leistung seines Trainers, sah in der technischen Ausführung der Drehung aber schmunzelnd noch deutliche Leistungsreserven. Trainer und Athleten waren sich sofort einig: In den kommenden Wochen wird nun gemeinsam genau an diesen Details gearbeitet.