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Mehr als nur Edelmetall: Wie der TSV 05 Remsfeld bei den Hessenmeisterschaften über sich hinauswuchs

Fürth im Odenwald / Knüllwald – Es sind Zahlen, die auf den ersten Blick eine sportliche Demonstration beschreiben: 17 offizielle Hessenmeistertitel, elf Vizemeisterschaften und sieben erste Plätze im Hammerwerfen brachten die neun Nachwuchsathletinnen und -athleten des TSV 05 Remsfeld von den Hessischen Meisterschaften der Schüler und Jugend im Rasenkraftsport mit nach Hause.

Beide großen Mannschaftstitel – sowohl bei den Schülern A als auch bei den Schülerinnen A – wandern damit geschlossen in den Knüllwald. Doch wer die Verantwortlichen und die Jugendlichen nach diesem denkwürdigen Kampftag im südhessischen Fürth befragt, merkt schnell: Uns geht es hier nicht um Titel.

 

Der Sport als Katalysator für Charakter und Persönlichkeit.

 

Hinter den glänzenden Medaillen verbirgt sich eine viel tiefere Erfolgsgeschichte, die weit über den Wettkampfring hinausreicht. Ein Turniertag im Rasenkraftsport – bestehend aus den technisch hochgradig anspruchsvollen Disziplinen Hammerwerfen, Gewichtwerfen und Steinstoßen – ist ein mentaler Marathon. Er erfordert absolute Fokussierung, den Umgang mit extremem Druck und die Fähigkeit, Rückschläge in Sekundenbruchteilen wegzustecken. Genau hier liegt die wahre Stärke der Remsfelder Talente. Die Art und Weise, wie die Jugendlichen an diesem Wochenende füreinander einstanden, sich gegenseitig mental aufbauten, technische Korrekturen zuriefen und Fehlversuche im Kollektiv auffingen, war Persönlichkeitsbildung in ihrer reinsten Form. Das zielorientierte Training im Verein formt eben nicht nur Muskeln, sondern starke, resiliente Charaktere. Die gemeinsamen Reisen, das bedingungslose Vertrauen untereinander und das gemeinsame Durchstehen von Stresssituationen schweißen die Gruppe zu einer unvergleichlichen Gemeinschaft zusammen. Jeder Einzelne ist an diesem Wochenende menschlich wie sportlich ein riesiges Stück gewachsen.

 

Spektakuläre Leistungssprünge als Frucht mentaler Stärke.

 

Wie eng sportliche Höchstleistung mit dieser inneren Reife verknüpft ist, zeigten die spektakulären Leistungssprünge des Wochenendes.Die Athleten traten nicht gegen die Konkurrenz an, sondern wuchsen über ihre eigenen Grenzen hinaus:

Matheo Brandt (Schüler A, bis 52 KG) pulverisierte seine alte Bestmarke im Hammerwurf um unvorstellbare zehn Meter auf 35,10 Meter (Platz 1). Mit dieser Leistung und seinen 1.854 Punkten führt er nun die deutsche Bestenliste im Dreikampf souverän an und holte sich zudem die Titel im Gewichtwurf und Steinstoßen.

Richard Gerber (Schüler A, über 65 KG) verbesserte sich mit dem Hammer ebenfalls um sensationelle acht Meter auf 38,06 Meter (Platz 1). Er untermauerte seine Ausnahmestellung mit den Hessenmeistertiteln im Gewichtwerfen, Steinstoßen und Dreikampf und belegt nun in allen vier nationalen Wertungen Platz zwei in Deutschland.

Leonie Ostermüller (Schülerinnen A, über 60 KG) stellte mit herausragenden 34,68 Metern im Hammerwurf (Platz 1) eine fantastische neue persönliche Bestleistung auf, siegte im Gewicht, Stein sowie Dreikampf und rückt bis auf winzige 32 Zentimeter an den begehrten hessischen D-Kader heran.

Lilli Lange (Schülerinnen A, bis 60 KG) bestätigte mit gesteigerten Weiten im Hammer (38,14 m / Platz 1) und Gewicht (21,64 m) sowie starken 10,10 m im Steinstoßen und 2.301 Punkten im Dreikampf eindrucksvoll ihre Pole-Position in Deutschland.

Ammar Barakat (Schüler A, bis 65 KG) bewies enormen Mut und stellte sich erstmals der Konkurrenz im Mittelgewicht. Sein Debüt krönte er auf Anhieb mit Platz 1 im Hammer (25,40 m) sowie den Titeln im Gewicht, Stein und Dreikampf (2.004 Punkte), was ihn direkt auf Rang drei der deutschen Bestenliste katapultierte.

 

 

Wenn die Mannschaft zum Fundament wird.

 

Der absolute Höhepunkt des Remsfelder Teamgeists manifestierte sich in den Mannschaftswertungen. Hier ging es um jeden Zentimeter für das gemeinsame Konto. Bei den Schülern A sicherten sich Ammar Barakat, Richard Gerber und Matheo Brandt als TSV 05 Remsfeld 1 mit 99,14 Relativpunkten den Landestitel. Den historischen Doppel-Triumph machten die Mädchen perfekt: Lilli Lange, Leonie Ostermüller und Felicia Miller kämpften verbissen füreinander und holten den zweiten großen Mannschafts-Pokal nach Remsfeld. Die enorme Tiefe und das blinde Verständnis im Kader zeigten auch die weiteren Platzierungen, bei denen der Erfolg des Trainingspartners genauso laut bejubelt wurde wie der eigene.

Mohamad Abdulla (Schüler A, über 65 KG) lieferte einen großartigen Wettkampf ab und sicherte sich viermal die hessische Vizemeisterschaft direkt hinter seinem Teamkollegen Richard.

Mia Schade (Schülerinnen B, über 50 KG) holte mit einer Spitzenweite von 37,75 Metern den ersten Platz im Hammerwerfen und glänzte mit drei Vizemeisterschaften im Gewicht, Stein und Dreikampf.

Wie nachhaltig die Remsfelder Philosophie wirkt, bewies der Jüngste im Bunde:

Bei den Schülern C feierte Henri Fenner (über 40 KG) eine hochambitionierte Dreikampf-Premiere. Er belohnte sich mit der Vizemeisterschaft im Dreikampf und im Gewichtwerfen sowie Platz 3 im Steinstoßen. Das absolute Kunststück gelang dem großen Wurftalent jedoch im Hammerwerfen: In seinem allerersten Wettkampf in dieser Disziplin überhaupt bezwang er mit 19,48 Metern die gesamte Konkurrenz.

Abgerundet wurde das geschlossene Mannschaftsbild durch Felicia Miller, die mit vier hart umkämpften Einzel-Vizemeisterschaften wichtige Punkte sammelte und damit das Fundament für das Mannschafts-Gold der Mädchen legte.

 

 

 

 

Blick nach vorn:

 

Mit Werten zur deutschen Spitze Am Ende dieses Wochenendes im Odenwald stehen zwar 17 Titel in den Büchern, doch viel nachhaltiger wirkt das Wissen um den unerschütterlichen Zusammenhalt. Der TSV 05 Remsfeld hat bewiesen, dass Spitzenleistungen im Sport die logische Konsequenz einer gesunden, werteorientierten Persönlichkeitsentwicklung sind. Mit diesem gewaltigen emotionalen Rückenwind läuft die Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften bereits auf Hochtouren – nicht um Titel zu jagen, sondern um als Team das nächste Kapitel dieser gemeinsamen Reise zu schreiben.